Impressionen aus Yangshuo

Wie kann man die Gegend rund um Yangshuo am besten erkunden? Richtig, mit dem Fahrrad. So sind wir auch gestern wieder los gedüst. Ziel war die östliche Gegend. Auf zwei alten, klapprigen Rädern, ohne Gangschaltung, ging es durch die beeindruckende Landschaft. Zuerst ein Stückchen am Li-Fuss entlang, danach durch Reisfelder, Obstplantagen und verschiedene kleine Dörfer. Der einzige Haken an der Sache war, dass die Sonne unerbittlich auf uns runterbrannte und weit und breit kein schattiges Plätzchen zu finden war. Sonnenstich lässt grüßen…

Heute hat es uns zu einer Touristenattraktion gezogen. Ausgestattet mit Ticketgutscheinen vom Hotel haben wir uns auf zur 7 km entfernten Gold Water Cave gemacht. Was wir bis heute nicht verstehen: Vor Ort gibt es keine festen Preise, teilweise werden bis zu 300 Yuan pro Person als Eintritt verlangt. Ticketgutscheine können aber z.B. bei Reisebüros oder eben den Hotels gekauft werden. So haben wir nur 70 Yuan bezahlt. Seltsames Vorgehen! Am Eingang der Höhle muss man seine Schuhe gegen Badelatschen tauschen. Wer Angst vor Fußpilz hat, ist hier eher fehl am Platz 😛 (Wird schon gut gehen…). Danach geht es in kleinen Grüppchen mit einem Führer rein in die Höhle. In unserer Gruppe waren nur Langnasen ;-). In der Höhle angekommen, sah ich es schon kommen. Und ja, es kam auch so: Zack, der Guide drückt auf einen Lichtschalter und all die schönen Felsformationen werden in kunterbuntes Licht getaucht. Zuerst fand ich’s regelrecht scheußlich, später dann aber eigentlich recht hübsch. Thilo hat’s gefallen :D. Der Guide hielt an allen möglichen Stellen an und erklärte uns sämtliche Bilder, die in dem Gestein zu erkennen waren. Und diesmal haben wir es sogar auch erkannt: viele, viele Brüste, Krokodilszähne, Delphine, Buddhas, Pilze, umgedrehte Eiswaffeln, den Froschkönig und noch viele mehr. Wir haben uns gefragt, ob es in China vielleicht einen Beruf gibt, in dem man diese Bilder erfinden muss… Wir trauen uns aber nicht zu fragen. Die Höhle ist ungefähr 30 Meter tief. Ganz unten befindet sich ein Wasserfall. An dieser Wand kann auch ein Buddha erkannt werden. Es steht sogar ein kleiner Altar davor um zu beten – gegen Geld natürlich. Daneben stand ein Tisch mit einer Schildkröte, mit der man ebenfalls zusammen fotografiert werden konnte. Naja, uns tat die Schildkröte da unten im Dunkeln eher leid. Weiter ging‘s noch ein Stückchen durch die Höhle. Unser Guide animierte uns, von überall Fotos zu machen, bzw. uns selber davor zu fotografieren. Hier erkennt man mal wieder die verschiedenen Mentalitäten. Wir wurden auch von anderen Gruppen überholt. Man hat regelrecht den Eindruck, dass die Chinesen wirklich nur schnell die Fotos machen und dann geht’s weiter. Wir haben das Ganze irgendwie eher ‚auf uns wirken lassen‘. War zum Glück auch kein Problem für unseren lieben Guide mit seiner lustigen englischen Aussprache. Er war sehr bemüht uns alles zu erklären und zu zeigen. Wir waren wirklich überrascht, da wir nicht damit gerechnet hatten überhaupt einen englischsprachigen Guide zu bekommen. Okay, weiter in der Höhle kam dann das ‚mud bath‘. Schnell in den Bikini und in die Badehose geschlüpft und dann rein in den Schlamm. Soll angeblich gut für die Haut sein. Es war ein wenig matschig und leicht kalt. Wir konnten in dem Schlamm sogar im Wasser sitzen oder liegen, ohne unterzugehen. Sehr bequem :). Und da wir in China sind, wurde natürlich auch gleich eine Fotosession gestartet. Alle mussten hintereinander stehen, im Kreis liegen, usw. Lustig war´s, aber man hätte jedes Bild einzeln kaufen müssen. Die letzte Etappe in der Höhle waren dann die ‚Hot Springs‘. Verschiedene unterirdische Becken, in denen das Wasser richtig warm war. Dabei konnten wir auch die letzten Schlammreste gut wieder loswerden. Obwohl wir im Vorfeld ein bisschen misstrauisch waren, da die Tage zuvor der Parkplatz mit Bussen vollgestanden hatte und solche Attraktionen in China bisher meist so naja für uns waren, hat uns Ausflug heute richtig gut gefallen!

4 Responses to Impressionen aus Yangshuo

  1. ingrid sagt:

    den buddha habe ich nicht gefunden, da war es mit dem Kletterer am Moon-Hill einfacher. Mit seiner roten Hose habe ich ihn gleich gesehen. Der kletterte bestimmt einen hohen Schwierigkeitsgrad, wenn man in die Waagerechte kommt und sich an die Decke klammern muss!!

  2. Angela sagt:

    Also, von diesem Tag finde ich am besten das Foto, wo Ihr beide komplett verschlammt seid!! Das sieht super aus!!
    So kitschig bunt beleuchtete Tropfsteinhöhlen haben wir in Spanien und Griechenland auch schon erlebt..
    Wahrscheinlich sind wir nüchternen Deutschen die einzigen, die „natur“ besser finden.
    Liebe Grüße – mal wieder aus 9 Grad und Nieselregen. Brrrrr!
    Angela

    • Thilo&Katharina sagt:

      Hallo Angela,

      Ja das Schlammbad war echt witzig. War total glitschig und kühl. Es gab sogar ne Rutsche, die haben wir dann am Ende noch getestet;) Die letzten Meter zum Ausgang waren „normal“ beleuchtet, vielleicht ist das extra für die Europäer:)

      Grüße aus Thailand, Thilo und Katharina

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